Wettbewerbshüter überprüfen Ergebnisdarstellung bei Google

Das soziale Netzwerk Google+ – mit dem der Suchmaschinenanbieter einen Angriff auf die Dominanz von Facebook in diesem Bereich startete – ist offenbar ins Visier der US-amerikanischen Wettbewerbshüter geraten. Die Handelsbehörde “FTC” hat einem Medienbericht zufolge den Verdacht, der Konzern könnte bei angezeigten Suchergebnissen die eigenen Dienste bevorzugen. Wäre dies der Fall, würde Google gegen Wettbewerbsregeln verstoßen. Entsprechendes schrieb die Nachrichtenagentur (spezialisiert auf Finanzen) “Bloomberg” und berief sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zuletzt hatte Google seine neue Internetsuche präsentiert, die stärker personifiziert abläuft. Die Wettbewerbshüter haben allerdings den Eindruck, dabei werden vermehrt Ergebnisse aus Google+ bei den Treffern angezeigt. Personen, die bei dem sozialen Netzwerk registriert sind, haben über die neue Funktion “Search, plus Your World” sogar die Möglichkeit, bei der Suche lediglich befreundete Personen zu berücksichtigen. Dieses neue Feature steht allerdings stark in der Kritik. Beispielsweise ärgerte sich der Onlinedienst “Twitter” darüber, dass aufgrund der neuen Bewertung der Suchergebnisse die Profile der Plattform, bei der die Benutzer Kurznachrichten veröffentlichen können, schlechter zu finden seien.

Bereits seit über acht Monaten gibt es Beschwerden gegen den Suchmaschinenanbieter, er halte die Wettbewerbsregeln nicht ein und favorisiere bei den angezeigten Treffern dagegen das eigene “social network” Google+. Diesen Beschwerden gehen zum einen Kartellwächter aus den USA, aber auch europäische Wettbewerbshüter nach. Keine andere Suchmaschine erreicht annähernd die Benutzerzahlen von Google: In den USA kommt der Konzern auf einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent, manche Länder in Europa überschreiten sogar die 90-Prozent-Marke. Im vergangenen Sommer ging das eigene soziale Netzwerk des Suchmaschinenanbieters online, das als der größte Kontrahent für Facebook gilt. Der Branchenprimus hat 800 Millionen Mitglieder, nach ungefähr einem halben Jahr kann Google+ 60 Millionen registrierte Nutzer vorweisen. Experten sind überzeugt, das soziale Netzwerk könnte bei einer tieferen Einbindung in die Suchmaschine deutlich schneller noch mehr Benutzer erhalten.

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